Wunstorf/Region. Die Ev.-luth. Kirchenkreise Neustadt-Wunstorf, Nienburg, Grafschaft Schaumburg und Stolzenau-Loccum begrüßen Sven Heindorf als neuen Leiter des Kirchenamts in Wunstorf. Mit seiner Mischung aus Erfahrung und akademischer Qualifikation bringt der 30-Jährige frischen Wind und viel Engagement mit in die Arbeit. Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf Mirko Bartels hat mit ihm über seinen Werdegang, seine Ziele und die Herausforderungen gesprochen, die vor ihm liegen..
Herr Heindorf, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen. Könnten Sie uns zunächst etwas über Ihren Werdegang erzählen?
Wer ist der "Neue" an der Spitze?
Sehr gerne. Ich bin 30 Jahre alt und lebe mit meiner Frau, unseren zwei kleinen Töchtern und einem mittelgroßen Hund in Hohenbostel bei Barsinghausen. Mein beruflicher Weg begann mit einem Studium der Verwaltungsbetriebswirtschaft in Hannover, das ich für das Landeskirchenamt absolviert habe. Anschließend habe ich neben meiner Tätigkeit als stellvertretende Amtsleitung des Kirchenkreisamts Ronnenberg noch einen Master in Verwaltungswissenschaften an der Universität Kassel erworben. Zuletzt war ich als Sozialdezernent der Stadt Barsinghausen tätig.
Was hat Sie motiviert, diese neue Herausforderung anzunehmen?
Es ist für mich eine große Freude, nun wieder in meiner „Heimat“, der evangelischen Kirche, zu arbeiten und mit gestalten zu dürfen. Kirche hat für mich eine ganz persönliche Bedeutung, und die Möglichkeit, aktiv an ihrer Weiterentwicklung mitzuwirken, ist eine Aufgabe, die mich begeistert. Hier kann ich meine bisherigen Erfahrungen optimal einbringen und gleichzeitig meinen Beitrag für eine starke Gemeinschaft leisten.
Ihre Ausbildungen bringen eine fundierte Kombination aus Erfahrung und akademischer Expertise mit sich. Welche Themen möchten Sie als Erstes anpacken?
Ein besonders wichtiges Thema ist die Digitalisierung. Es geht darum, diese im Rahmen unserer Möglichkeiten effektiv umzusetzen. Sie spielt eine entscheidende Rolle, um die Prozesse in der Verwaltung zukunftsfähig und effizient zu gestalten.
Das klingt nach einer klaren Priorität. Planen Sie, sich zunächst Zeit zu nehmen, um sich zu orientieren, oder haben Sie schon konkrete Vorstellungen?
Natürlich werde ich mich ab Januar intensiv einarbeiten und die vielfältigen Menschen und Themengebiete kennenlernen. Ich freue mich darauf, neue Kontakte zu knüpfen und die unterschiedlichen Perspektiven der Mitarbeitenden und der Kirchenkreise zu verstehen. Es ist ein spannender Prozess, und ich bin offen für alles, was kommt.
Die evangelische Kirche steht vor einigen großen Herausforderungen. Was möchten Sie den Menschen, mit denen Sie zusammenarbeiten, für die Zukunft mitgeben?
Es ist richtig, dass die Kirche vor bedeutenden Aufgaben steht. Aber wenn wir zurückblicken, gab es immer wieder schwierige Zeiten, die als die „schwersten“ empfunden wurden. Diese Perspektive kann uns Zuversicht geben. Ich möchte meinen Kolleginnen und Kollegen Mut machen, mit dieser Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Gemeinsam können wir viel erreichen.
Gibt es bereits Pläne, etwas zu verschlanken oder zu modernisieren?
Um solche Maßnahmen anzugehen, ist es wichtig, die internen Prozesse genau zu kennen. Erst einmal werde ich mich einarbeiten, und möchte daher keine voreiligen Vorschläge machen. Es ist mir jedoch ein Anliegen, Veränderungen immer im Dialog und mit einem klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kirchenkreise zu gestalten.
Zum Abschluss: Was raten Sie den Kirchenkreisen, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten?
Die evangelische Kirche ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Mein Rat wäre, sich nicht von den Herausforderungen entmutigen zu lassen, sondern diese als Chance zu begreifen. Eine gemeinsame Portion Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kann viel bewegen.
Ãœber das Kirchenamt
Das Kirchenamt ist seit dem 01.06.2010 die zentrale Verwaltungsstelle für die vier Ev.-luth. Kirchenkreise Grafschaft Schaumburg, Neustadt-Wunstorf, Nienburg und Stolzenau-Loccum einschließlich ihrer Kirchengemeinden und Einrichtungen.
Mit Sitz an der Stiftsstraße 5 in Wunstorf soll es etwa die Kirchengemeinden, in denen sich viele Ehrenamtliche engagieren entlasten.
Zu den Aufgaben des Kirchenamtes mit mehr als 60 Mitarbeitenden gehört die Personalverwaltung für Kirchenkreise und -gemeinden, die Geld-, Bau- und Grundstücksverwaltung sowie die Friedhofsverwaltung
Ebenfalls gehören zum Zuständigkeitsbereich die Kindertageseinrichtungen und diakonische Einrichtungen, etwa die Fachstelle für Sucht und Prävention, Hospiz, Schuldnerberatung, Flüchtlingssozialarbeit.
Mindestens einmal im Jahr nehmen Vertreter des Kirchenamtes an Gremiensitzungen in den Kirchengemeinden vor Ort teil.
Die Fachbereichsleitungen des Kirchenamtes haben unter anderem auch die Geschäftsführung in Fachausschüssen.
Praktisch berät das Kirchenamt seine Kunden, bereitet Beschlüsse vor und führt diese aus. Zudem weist das Kirchenamt die Gemeinden auf Änderungen hin und wartet nicht ab, bis es einen Auftrag dazu erhält. Das Kirchenamt erarbeitet Konzepte für Gremien und wirkt bei der Entscheidungsfindung mit.