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Zukunftsfähigkeit des Hallenbades steht für AFB-WG im Vordergrund

Thomas Struß, Fraktion der Wählergemeinschaft Aktiv Für Barsinghausen (AFB-WG), im Deisterbad. Foto: privat.

Barsinghausen. Die Fraktion der Wählergemeinschaft Aktiv Für Barsinghausen (AFB-WG) freut sich aktuell auf die baldige Wiedereröffnung des Deisterbades. Über ein Jahr lang war es geschlossen. Es wurde wegen des Wasserverlustes durch marode Beckenköpfe und Leitungen aufwändig und kleinteilig saniert. Die Fraktion hofft, dass die Reparaturen erfolgreich sind und eine tolle Bade- Sommersaison mit Hallenbad und Außenbecken im Jahr 2025 bevorsteht. Doch die AFB-WG sorgt sich um die Zukunftsfähigkeit des Hallenbades.

Insbesondere die energetische Versorgung, ganz wichtig der reduzierte Verbrauch an Energie und Wasser durch regenerative Energien, durch bessere Wärmedämmung sowie neue Wasseraufbereitungstechnik, sind wesentliche Argumente für einen Neubau, so die AFB-WG.

„Hinzu kommt eine Verbesserung der Betriebssicherheit durch technische Einrichtungen, die Wartung und Pflege besser als im derzeitigen Bestand ermöglichen und langfristig nutzbar sind. Ein Neubau wäre gegenüber einer Sanierung mit 4,5% höheren Investitionskosten verbunden“, erklärt Kerstin Beckmann, AFB-WG.

In der zugrundeliegenden Betrachtung sei nicht enthalten, dass bei einer Sanierung im Bestand zuvor die Dachkonstruktion noch eingehend zu überprüfen und die weitere „Lebenserwartung“ abzuschätzen sei. „Hier sind zusätzliche, hohe Kosten, zu den bereits feststehenden Sanierungskosten zu befürchten, die den vermeintlichen Kostenvorteil zu Nichte machen könnten“, ergänzt Thomas Struß, AFB-WG.

Zudem würde das Bad im Falle einer Grundsanierung für einige Jahre ausfallen. Für die Schulen und Vereine würde das einen weiteren Ausfall von Schwimmunterricht bedeuten. Kapazitäten in anderen Bädern, sind kaum zu erhalten und die Fahrzeiten sind für den Schulunterricht nicht tragbar, gibt die AFB-WG zu bedenken.

„Die Festlegung auf einen Neubau ist aus unserer Sicht die richtige Entscheidung aufgrund des sichereren und kostengünstigeren langfristigen Betriebs“, so Struß, „Pragmatisch legen wir uns auch auf die wesentliche Grundausstattung und damit Einsparungen fest. Die Ausstattung ist für uns am notwendigen Bedarf orientiert, soll insbesondere erhöhte und Ã¼berflüssige Planungskosten vermeiden und eine effiziente und nutzungsorientierte Umsetzung ermöglichen. Der Fokus für die Zukunft der Bäder liegt für uns auf Schulen, Vereinen, Gesundheitssport und Schwimmen lernen.“

Für Sonderausstattungen wie Rutsche, Sprungturm und dazugehörige Becken fehle eine Marktpotenzialanalyse, die eine Notwendigkeit und einen Mehrwert begründen könnte. â€žDeshalb können wir uns dieser Forderung aktuell nicht anschließen“, sagt Beckmann.

Die AFB-WG tritt daher für einen Beschluss für einen Neubau des Hallenbades ein. „Den Neubau des Hallenbades sehen wir als funktionelles Bad mit Erweiterungsoption für die Versorgung Schulen, Vereinssport, Reha- und Gesundheitssport sowie als Anlaufpunkt für Familien.“

Notwendige Ausstattung ist für die AFB-WG eine 6x25m Bahn, gerne, aber nicht zwingend, ein Sprungturm/-becken, zwei Funktions-/Lehrschwimmbecken mind.1x mit Hubboden für Reha-und Sportkurse sowie schwimmen lernen sowie Kleinkinderbereich mit Sprayground und geringer Wassertiefe sowie entsprechende Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien.

„Alle darüber hinausgehenden Funktionen verteuern das Bad und die Sinnhaftigkeit ist durch eine fehlende Studie zu Notwendigkeiten und zu einem Marktbedarf bzw. zusätzlichem Nutzungsinteresse nicht erbracht“, so Struß weiter, „Dies gilt für Sprungturm, Rutsche oder ein integriertes Freibad. Freibäder decken einen Zeitraum von ca. 4 Monaten im Jahr ab. Die Besucherzahlen schwanken stark je nach Schönwetterphasen. Durch den enormen Finanzbedarf für Schul- und Kindergarten Neubau bzw. die notwendigen Sanierungen müssen Aufwand und Nutzen im Auge behalten werden.“

Weitere Gespräche zum Freibad Goltern sind zu führen

Für das Freibad Goltern gibt es aus Sicht der AFB-WG durch Einsparungen bei den von AFB-WG genannten Optionen des Hallenbades, einige Zukunftsvisionen, die die Nutzung des Geländes für Familien, Kinder und Jugendliche sehr interessant machen könnten. „Diese wollen wir jedoch mit den dort aktiven Ehrenamtlichen diskutieren und ausloten. Im Gesamtkonzept unserer Bäder setzen wir uns dafür ein“, sagt Beckmann.

„Wir wollen auf das Freibad in Goltern nicht verzichten. Es ist im Sommer die größte Jugendeinrichtung in den Ortsteilen. Ehrenamtliche haben es mit viel Herzblut und engagierter zum Teil harter Arbeit weit über die Sommermonate hinaus immer wieder flott gemacht. Sie haben gebangt, ob bei Schäden, wie durch das letzte Hochwasser, eine Eröffnung möglich sein würde und die Herausforderungen immer wieder gemeinsam gestemmt. Respekt und ganz großer Dank für diese Arbeit. Das Freibad ist generationenübergreifender Ortsmittel- und Treffpunkt“, erklärt Struß.

Eine Zukunftsentscheidung für das Freibad im Grünen sei wichtig und müsse auch zeitnah getroffen werden. „Wir plädieren jedoch dafür, das Freibad in der aktuellen Beschlussfassung zurückzustellen und keine Verbindung zur Entscheidung zum Hallenbad zu konstruieren. Das Freibad verdient eine gesonderte Betrachtung, wie sie zwei Jahre lang für das Hallenbad erfolgt ist- wenn auch nicht so lang. Wir müssen die Zukunft der Bäder der Stadt Barsinghausen differenziert aber auch insgesamt betrachten und mit allen Zukunftsinvestitionen ins Gleichgewicht bringen“, so Thomas Struß abschließend.